Schülerlotsen sichern Busfahrten

Kopernikus-Gymnasium und Verkehrserzieher bilden Schulwegbegleiter aus, die Rangeleien an den Haltestellen verhindern

Das Kopernikus-Gymnasium in Wissen hat eine neue Generation von Schulbuslotsen in die Praxis entlassen. Die jungen "Verkehrshelfer" sorgen in Zukunft dafür, dass es keine Rangeleien mehr an Haltestellen und beim Busfahren gibt.

WISSEN. Die Streitigkeiten zwischen Schülern in Schulbussen sind alltäglich. Manche Jugendliche, die von Mitschülern während der Fahrt drangsaliert werden, sind so verängstigt, dass sie gar nicht mehr mit dem Bus fahren wollen.
Hier musste Abhilfe geschaffen werden. Der Landkreis plädierte für die Einrichtung eines Schulbegleitdienstes durch die Schüler selber.

Im Januar 2004 wurde mit den Vertretern der Schulen, des Schulträgers und der Polizei der Entschluss gefasst, am Kopernikus-Gymnasium und an der Konrad-Adenauer-Schule in Wissen einen Schulbegleitdienst einzurichten. Die ersten Schritte für das Projekt Schulwegbegleiter leiteten Fred Henschel, zuständiger Verkehrskoordinator, und Studiendirektor Karl-Heinz Selbach, Kopernikus-Gymnasium Wissen, ein.20 Schüler meldeten sich für den Begleitdienst. Zuvor war ein Rundbrief an die Eltern der Schulen verschickt worden, in dem die Thematik des Schulwegbegleitdienstes, die Ziele und Aufgaben, Versicherungsschutz, Ausbildung und Einsatz erklärt wurden.

Die Schulung begann im Mai letzen Jahres durch Christoph Eiteneuer und Andreas Hempe von der Polizeiwache Wissen und schloss mit einer Prüfung ab. Die Schüler des Schulwegbegleitdienstes, auch Schulbuslotsen genannt, wurden mit einer Warnweste mit der Aufschrift "Verkehrshelfer" ausgerüstet, dann ging es los. Bald konnten auch positive Erfolge verzeichnet werden.Der Nachwuchs ließ nicht auf sich warten, und es konnten weitere 21 Schüler vom Kopernikus-Gymnasium und 27 Schüler von der Hauptschule als Buslotsen ausgebildet werden.

Nun hat die "dritte Generation" des Schulwegbegleitdienstes des Kopernikus-Gymnasiums die Schulung durch Wolfgang Petri, Jugendverkehrserzieher der Polizeiinspektion Altenkirchen, beendet und bekam ihre Warnwesten überreicht."Sie werden zunächst den Dienst mit älteren Schulbuslotsen antreten, um im Alltag Routine zu bekommen", erklärte Selbach. Dazu ergänzte Wolfgang Petri: "Ihre Aufgabe ist es, dass der Ein- und Ausstieg reibungslos funktioniert.Während der Busfahrt sollen sie dafür sorgen, dass Störenfriede nicht die Fahrt zu einer unliebsamen Angelegenheit werden lassen."Rene Nehls, einer der älteren Buslotsen bestätigte: "Das funktioniert ganz gut. Wenn einer meint, er müsste sich daneben benehmen, brauchen wir ihm nur sagen, er solle das sein lassen. Hilft das nicht, so reicht es meistens, ihm zu sagen, dass wir ihn bei Herrn Selbach melden - das klappt."Fred Henschel, Verkehrskoordinator der Kreisverwaltung erläuterte: "Ich werde sporadisch Kontrollen an den Haltestellen durchführen, um zu sehen, ob alles vernünftig und geordnet funktioniert."

Nach der zehnten Klasse scheiden die Schulbuslotsen aus dem Dienst aus und werden mit einer Anerkennungsurkunde von der Landesverkehrswacht ausgezeichnet. Auch andere Schulen im Kreis haben sich für das Projekt Schulbuslotsen entschieden. In Altenkirchen startet die Ausbildung im Januar. Die Kreisverwaltung, so Ottmar Haardt, hoffe, dass weitere Schulen im Kreis dem Beispiel Wissen folgen.    (pen)

Rhein-Zeitung - Ausgabe Region Altenkirchen vom 12.12.2005, Seite 35



Neue Schulbuslotsen sind im Amt

Die neuen Schulbuslotsen des Kopernikus-Gymnasiums Wissen sind: Lars Bruckhoff, Jan-Philipp Fink, Lukas Lauterbach, Verena Schwan, Hannah Weitz, Incinur Zeycan, Lisa Sonnak, Maximilian Lohmeyer, Sarah Leidig, Benedikt Walkenbach, Fabian Langenbach, Maximilian Vingerhoets, Sebastian Dormann, Stefan Ropertz, Alexander Klöckner, Kai Kühberger, Samuel Straka, Oliver Nonn und Thomas Machowinski.

Rhein-Zeitung - Ausgabe Region Altenkirchen vom 12.12.2005, Seite 35.

 

Am Kopernikus-Gymnasium Wissen wurden die neuen Schulbuslotsen offiziell in ihren Dienst eingeführt. Als äußeres Zeichen bekamen sie von Wolfgang Petri (links), Jugendverkehrserzieher der Polizei Altenkirchen, Fred Henschel (2. von recht), Verkehrskoordinator des Kreises und Christoph Eiteneuer (3. von rechts) von der Polizei Wissen, Warnwesten mit dem Aufdruck "Verkehrshelfer" überreicht.   Foto: pen

Rhein-Zeitung - Ausgabe Region Altenkirchen vom 12.12.2005, Seite 35