Opernworkshop der Klasse 8c

Natürlich gibt es sie, die Vorurteile unter Schülern, dass „Oper“ nur etwas für „Opis“ sei. Dennoch sieht der Lernplan Musik für die Klassen 8 vor, neben anderen Themen auch das Thema „Oper“ zu behandeln. Spätestens beim vorbereitenden Workshop, ausgerichtet vom Schauspiel Köln, wurden die Schüler der Klasse 8c eines Besseren belehrt. Im legendären Schanzenviertel in Köln spielten die Schüler die Handlung der Oper „Rusalka“ von Antonín Dvořák (1841 – 1904) nach. Die in kurzen Sätzen erteilten Handlungsvorgaben mussten sofort auf der provisorischen Bühne mit Mimik und Gestik umgesetzt werden. Dass Rusalka dann für ein paar Minuten auch mal von einem Jungen gespielt und der Prinz von einem menschlichen Pferd über die Bühne getragen werden musste, machte mächtig Laune.

 

Aber auch das Arbeiten mit der Musik kam nicht zu kurz. Anhand eines Partiturauszugs waren die Schüler angehalten, Sinnabschnitte zu erkennen und zu deuten. Im dritten Abschnitt, der Schlüsselszene der Oper, bekommt Rusalka ein Messer von der Hexe überreicht. Nun mussten die Schüler entscheiden, wie die Handlung wohl weitererzählt werden kann. Dvořák notierte diese Szene in einem Andante in pianissimo.

 

 

Nur zwei Tage später ging es ins Kölner Staatenhaus, der Ausweichspielstätte der Oper Köln. Was zum „guten Ton“ bei einem Opernbesuch gehört, wurde vorab im Unterricht mit Musiklehrer Nicolas Nohn ausführlich besprochen – und es war erstaunlich, wie sehr die Schüler das „Ereignis Oper“ für sich annahmen. Getreu dem Motto „overdressed kann man nicht sein“ kamen Röcke, Blusen, Hemden und Fliegen nicht zu kurz. Auch hielten sich alle an die „Klatschregel": Nur dann klatschen, wenn genügend andere auch klatschen, und pfeifen ist ein absolutes no-go. Und damit nicht genug: Während der gesamten Vorstellung, die sich über drei Stunden erstreckte, durfte man nicht reden, auch nicht flüstern, auch nicht ein bisschen. Die Klasse 8c hat sich mehr als tapfer geschlagen!

Dass die Schüler das Erlebnis „Oper“ einmal aus nächster Nähe erfahren haben, macht sie sicherlich nicht zu regelmäßigen Opernbesuchern, aber auf jeden Fall zu Experten auf diesem Gebiet. Ab jetzt können Sie mitreden!