Austauschkreis der Kunstlehrer RLP am KopGym

Erstmalig fand die Fortbildung „Austauschkreis interessierter Kunstlehrer*“ des Pädagogisches Landesinstitutes RLP am Kopernikus-Gymnasium Wissen/ Sieg statt. Zwölf Interessierte, die u.a. von den Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen aus Neustadt, Westerburg, Horhausen, Hamm, Nassau und Koblenz kamen, fanden sich in Raum 301 ein. Schon bevor es anfing, bestaunten die Gäste, dass renovierte Schulgebäude in der „waldigen, schönen“ Lage, denen sofort aufgefallen war, dass im Gebäude – aus Sicherheitsgründen - keine Bilder o. Ä. vorhanden sind. Dafür waren sie um so überwältigter von den modernisierten Kunsträumen und vor allem dem neu eingerichtetem Werkraum. Der kleine Imbiss mit Heiß- und Kaltgetränken unterstrich die lockere und angenehme Arbeitsatmosphäre.

Nach kurzen, humorvollen und herzlichen Begrüßungsworten des Konrektors, Herr Heck, und der Kunstlehrerin Frau Kersken des Gymnasiums, stellte der Regionale Fachberater Axel Eberhard das Programm des Tages vor.

Die am Austausch interessierten Kunstkollegen der Gymnasien und IGSen aus Neustadt, Westerburg, Horhausen, Hamm, Nassau, Wissen und Koblenz bei ihrem Treffen am Kopernikus-Gymnasium.

Drei Kunstlehrer* stellten in angekündigten Vorträgen außerordentliche und sehr inspirierende Unterrichtsreihen mit praktischen und theoretischen Überprüfungen vor:

Als Erste referierte Martina Kersken vom Kopernikus-Gymnasium in Raum 302 das Thema „Styroporarbeiten als Kompositionsübung in Anlehnung an die Bauhaus-Lehre“ . Das Thema ist sehr aktuell, da dieses Jahr das Bauhaus 100jähriges feiert. Frau Kersken präsentierte die Styroporarbeiten und großformatigen Bilder mit Begleitmappe ihrer Schüler* aus der Jgst. 11, die in einer aktuellen Unterrichtseinheit entstanden sind. Da das Komponieren der einzelnen Bildteile untereinander das A und O für die Gesamtanlage eines Kunstwerkes ist, stieß die sehr innovative Idee, Styropor, Nadeln und Tonkarton als Experimentiermaterial einzusetzen, mit dem ganz leicht die unterschiedlichsten Kompositionen abstrakter Bildwerke nach der Bauhaus-Lehre Ittens und Kandinskys ausprobiert werden können, auf sehr großes Interesse. Nach dieser Experimentierphase entschieden sich die Schüler* bewusst für eine letztendliche Komposition, um sie malerischer in unterschiedlichen Techniken auf großem Format umzusetzen. Diesen kreativ-kognitiven Entscheidungsprozess hielten die Schüler* fotografisch fest und erläuterten reflektierend in einem kurzen Text all ihre gestalterischen Intentionen.

 

Günther Küstner von der IGS Horhausen stellte eine Unterrichtsreihe zu dem Thema „Meine Vergangenheit, meine Zukunft“ vor, die er regelmäßig in der Jgst. 10 durchführt. An der IGS sei die Klasse 10 für die Schüler* ein besonderes Schuljahr, da sich für viele der weitere Lebensweg entscheide. Während die einen eine Ausbildung anstrebten, versuchten andere die Zulassung zur Oberstufe zu erreichen. Darum käme das Thema immer sehr gut an. Innerhalb der Einheit entstehen nach einem kurzen Epochendurchgang dreidimensionale Objekte in Anlehnung an zeitgenössische Objektkunst mit begleitenden – teilweise sehr ergreifenden - Werktagebüchern. Die Kunstlehrer* waren sehr erstaunt, wie vielfältig und originell die Schüler* das Thema zu ihrem sehr ehrlichen und individuellem Thema machen.

Der Regionale Fachberater Bildende Kunst referierte über das Thema „Selbstinszenierung“, dass er unlängst mit einem Grundkurs der Jgst. 13 durchgeführt hat. Als Anlass zeigte er Aufnahmen der Künstlerin Katharina Beron, deren Arbeitsweise er von ihr selbst auf einer Fortbildung im Hunsrück im Herbst 2018 kennenlernte. Ausgehend von modernen und zeitgenössichen Fotoarbeiten erarbeitete er mit seinen Schülern die wichtigsten fotografischen Grundtechniken, um sich selbst vor einer Kamera inszenieren zu können. Die sehr zeitgenössischen und ansprechenden Ergebnisse seiner Schüler* und die Jahrgangsstufen übergreifenden Sudelbüchern stießen auf sehr großes Interesse in Raum 302.

Frau Appelt-Horn stellte spontan Arbeiten eines Oberstufenkurses vor, die sich in ihrer Machart an einem Bildkrimi des zeitgenössichen Künstlers Ott orientieren. Zu fiktiven Romanen stellten die Schüler* auf unifarbigen Kratzkarton druckreife Covers her, die durch ihre feine Linientechnik, Genauigkeit und Perspektivwahl sehr goßen Anklang fanden.

Aber wie etwas bewerten und beurteilen, ohne jemandem den Spaß und die Freude am Weiterarbeiten zu nehmen? Welche und wieviele Punkte gibt man auf welche Teilleistung? Wie kann man die vielen Teilaspekte und Gewichtungen einer Leistung in einer Excel-Tabelle zu einer differenzierenden Formel formulieren, um zu einer Note zu gelangen?

Diese und viele weitere Fragen wurden im Plenum diskutiert und es wurde ausgemacht, dass eines der weiteren Treffen dem Thema Leistungsbewertung gewidmet werden soll.

Immer wieder wurde deutlich, dass die Kunstlehrer* in ihrer Art und Weise den Kunstunterricht zu planen und durchzuführen sehr kreativ und originell sind. Sie greifen regelmäßig aktuelle Themen und Zeitgeschehen auf, die oft nah an der Erlebniswelt ihrer Schüler* sind. Dabei steht besonders im Fokus, den Schülern* die Freude am eigenen kreativen Schaffen zu ermöglichen.

Darin, dass das Treffen einer voller Erfolg war und unbedingt wiederholt werden sollte, sind sich alle einig!

Text und Foto: Martina Kersken